Here to Love

Here to Love

27. Januar 2019 0 Von Ghostwriter

Ich lie­be sie, alle drei. Und ja, manch­mal brin­gen sie mich an den Rand der Ver­zweif­lung. Und ja, manch­mal auch mein See­len­hund. Und doch, was wäre ich ohne sie? Was wäre mein Leben ohne sie? Jeder von den drei­en bringt mich ein Stück wei­ter auf mei­nem Weg, auf sei­ne ganz spe­zi­el­le Art und Wei­se. Mei­ne mehr oder weni­ger frust­in­to­le­ran­te Bil­l­abong, mei­ne gros­se Lie­be, mei­ne See­le, mein Leben.  Die einem den letz­ten Nerv aus­reisst, wenn sie sich auf Stu­fe 10 in ihrem Nör­zi und Quiet­schi Modus befin­det. Je mehr ich sie igno­rie­re, desto mehr quiescht und jam­mert sie. Natür­lich gewinnt sie immer, irgend­wie 😉 Seit 13 Jah­ren höre ich mir täg­lich die­ses Genör­ze an. Und es wird der Tag kom­men, da wer­de ich es so sehr ver­mis­sen. Da wür­de ich alles dar­um geben, sie noch ein­mal nör­zen und quietsch­ten zu hören. Denn eines Tages wird sie die Regen­bo­gen­brücke über­que­ren und eine gros­se Lücke hin­ter­las­sen, emo­tio­nal wie auch aku­stisch. Sie ist der Spie­gel mei­ner selbst, war sie schon immer. Bil­l­abong hat mir soviel bei­gebracht, sie steht ein­fach über den Din­gen und strahlt eine ganz spe­zi­el­le Aura aus. Und sie hat mir gezeigt, dass uns heu­len nie wei­ter brin­gen wird. Das ein­zi­ge, das zum Ziel führt, ist, ein­fach immer wei­ter zu gehen 😍

Und auch Hob­bit, der gros­se Kuschel­bär mit dem Sil­ber­blick. Ein ganz beson­de­rer Hund. Der über­eif­ri­ge, hoch moti­vier­te Gum­mi­ball, der nichts, aber auch gar nichts in einem nor­ma­len Tem­po machen kann. Jah­re­lang habe ich ihn falsch ver­stan­den, durch mein Unwis­sen hin­sicht­lich den Aus­wir­kun­gen sei­nes Gen­de­fek­tes. Er kann nicht anders. Er kann schlicht und ein­fach nicht anders. Als ich end­lich ver­stan­den habe, was die­ser Gen­de­fekt mit ihm macht, tat es mir so leid, was ich ihm all die Jah­re unbe­wusst ange­tan habe. Das ist der Men­schen Fluch, die­se Fähig­keit, die­ses schlech­te Gewis­sen. Hob­bit hat das alles schon längst ver­ges­sen. Mitt­ler­wei­len sehe ich ihn mit ganz ande­ren Augen und gehe auch ganz anders mit ihm um. Unzäh­li­ge Male muss­te er wäh­rend mei­ner Aus­bil­dung zum Hun­de­trai­ner als nega­ti­ves Bei­spiel hin­hal­ten, wur­de als schlecht sozia­li­siert bezeich­net, als über­for­dert, als einer, der kein ver­nünf­ti­ges Kon­flikt­lö­sungs­mo­dell fin­det. Ich kann mich nicht erin­nern, dass mei­ne Aus­bil­der jemals etwas Net­tes über Hob­bit gesagt haben. Und obwohl ich immer wie­der dar­auf hin­ge­wie­sen habe, dass er am MDR1 Gen­de­fekt lei­det, wur­de die­ser Umstand sehr gross­zü­gig über­se­hen. Gab es irgend­wo ein Ver­hal­ten, das man nega­tiv ver­an­schau­li­chen konn­te, wur­de Hob­bit ins Feld geführt. Heu­te bin ich schlau­er, bes­ser infor­miert und ich weiss, dass sich Hob­bit ein­fach nicht anders ver­hal­ten KANN. Und ich wer­de nie wie­der zulas­sen, dass jemand auf Grund eige­ner Defi­zi­te so respekt­los mit mei­ner Fami­lie umgeht. Egal ob Men­schen, die mir wich­tig sind, mei­ne Hun­de oder all mei­ne ande­ren Tie­re. Für sie ein­zu­ste­hen ohne über die Kon­se­quen­zen nach­zu­den­ken, DAS hat mich Hob­bit gelehrt 🤜

Zum Schluss das Zwer­g­li. Wür­de mein Leben ohne die­sen Trou­ble­ma­ker ruhi­ger sein? Ja, defi­ni­tiv. Wür­de es bes­ser sein? Kaum. Da zu ste­hen, wo ich jetzt bin, ver­dan­ke ich nicht unwe­sent­lich mei­ner Lanaki­la. Auch bei ihr wur­de man nicht müde, durch unan­ge­brach­te Wort­spie­le zu ver­deut­li­chen, was man von ihr hielt. Ja, das Zwer­g­li kann anstren­gend sein. Und ja, das Zwer­g­li macht Löcher. In Pel­ze wie auch in Hosen.…  Ich bin ja lern­fä­hig und in einen Maul­korb zu inve­stie­ren kommt auf Dau­er sicher gün­sti­ger, als Tier­arzt­rech­nun­gen zu bezah­len. Wer Lanaki­la ‘pri­vat’ kennt weiss, wie lie­bens­wür­dig die­se Hün­din sein kann. Manch­mal den­ke ich, dass sie als Ein­zel­hund viel­leicht bes­ser auf­ge­ho­ben ist. Doch der Gedan­ke, dass sie jemand mit­neh­men wür­de, macht mich sehr trau­rig. Ich hän­ge an die­sem Unru­he­stif­ter, mit Leib und See­le. Es sind nicht die ein­fa­chen Din­ge, die einem wei­ter brin­gen, es sind die Her­aus­for­de­run­gen. Dar­an wächst man und dar­um wird auch die Lanaki­la immer zu uns gehö­ren, mit ihren guten wie auch ihren weni­ger guten Sei­ten. Sie hat mich so sehr geprägt wie kein ande­rer Hund. Ohne sie wäre mein Dasein wesent­lich ärmer 🤷

Die drei machen mich zu dem, was ich bin. Durch ihre total ver­schie­de­nen Cha­rak­te­ren zei­gen sie mir, dass jeder auf sei­ne Wei­se lie­bens­wert ist. Dass jeder respek­tiert wer­den muss, so wie er ist. Dass man sich sel­ber eben hin und wie­der anpas­sen muss, an den ande­ren. Dass man ver­su­chen muss, zu ver­ste­hen, war­um jemand tut, was er tut. Dass man auch mal etwas hin­ter­fra­gen muss. Dass auch die unan­ge­neh­men Situa­tio­nen zum Leben gehö­ren und man auch dann voll und ganz hin­ter denen ste­hen muss, die man liebt. Und dass die Welt nicht nur schwarz und weiss ist, son­dern schil­lernd bunt und far­big. Und wir alle ein Teil davon sind. Und dafür bin ich mei­nem Trio von Her­zen dank­bar 💖