Deepwater Horizon

Deepwater Horizon

8. Oktober 2018 0 Von Ghostwriter

Gestern habe ich mir ‘Deep­wa­ter Hori­zon’ ange­schaut. Ein authen­ti­scher Film über die gröss­te Ölka­ta­stro­phe der USA. Am 20. April 2010 explo­dier­te vor der Küste Loui­sia­nas die Bohr­in­sel ‘Deep­wa­ter Hori­zon’ und riss 11 Men­schen in den Tod. Die Bohr­platt­form sank nach 2 Tagen und aus dem abge­knick­ten Bohr­rohr fan­den in 87 Tagen rund 800 Mil­lio­nen Liter Öl den Weg ins Meer. Erst am 16. Juli 2010 konn­te das Loch ver­schlos­sen wer­den. Die Kata­stro­phe pas­sier­te, weil zwei Mana­ger des BP-Kon­zerns nicht alle Sicher­heits­vor­schrif­ten berück­sich­tig­ten, nicht auf die Spe­zia­li­sten hör­ten und die Resul­ta­te der Mess­in­stru­men­te igno­rier­ten. Die­se Igno­ranz und Arro­ganz der BP führ­te schluss­end­lich zum Unter­gang der ‘Deep­wa­ter Hori­zon’, der das Leben vie­ler Men­schen nach­hal­tig ver­än­dert hat. Der BP Kon­zern wur­de zu einer Zah­lung von 38.1 Mil­li­ar­den Dol­lar ver­knurrt. Doch kann Geld alles wie­der rich­ten? Wie lan­ge braucht die Natur, um sich zu erho­len? Und was ist mit den Men­schen, die die­se Kata­stro­phe ver­kraf­ten müs­sen? Deren Leben anders ver­lau­fen wäre, hät­ten die BP-Mana­ger die rich­ti­ge Ent­schei­dung getrof­fen?

Die­ser Film beschäf­tig­te mich heu­te irgend­wie den gan­zen Tag und ich über­leg­te, wie vie­le aus­ser mir gera­de mit ihrer per­sön­li­chen ‘Deep­wa­ter Hori­zon’ zu kämp­fen haben. Men­schen, die sich mit Igno­ranz kon­fron­tiert sehen, die irgend­wo auf tau­be Ohren stos­sen, die von ande­ren blockiert wer­den, nicht wei­ter­kom­men und viel Zeit und Ener­gie auf­wen­den müs­sen, um gehört zu wer­den. Deren Zukunft von einer Ent­schei­dung abhängt, auf die sie kei­nen Ein­fluss haben. Es gibt immer irgend­wo einen BP-Mana­ger, der meint, er wis­se alles bes­ser. Der die Wahr­heit zurecht rückt, Tat­sa­chen ver­dreht und Miss­stän­de schön redet. Dem es an Sach­ver­stand und vor­al­lem gesun­dem Men­schen­ver­stand man­gelt.

Nicht immer kostet Igno­ranz ein Men­schen­le­ben oder führt zu einer sol­chen Kata­stro­phe wie im Fall der ‘Deep­wa­ter Hori­zon’. Aber es wer­den Men­schen unnö­tig ver­letzt, man legt ihnen Stei­ne in den Weg und nie­mand weiss eigent­lich so recht, war­um. Stimmt die Sto­ry der ‘Deep­wa­ter Hori­zon’ so, wie sie im Film dar­ge­stellt wird, so hät­te die Kata­stro­phe ver­hin­dert wer­den kön­nen. Doch dazu muss­ten die BP-Mana­ger zuge­ben, dass sie einen Feh­ler gemacht haben. Und schon haben wir einen neu­en, unbe­re­chen­ba­ren Mit­spie­ler, den Stolz. Doch genau­so wie Igno­ranz und Arro­ganz ist auch Stolz kei­ne Stär­ke; es sind Schwä­chen. Es gehört mehr Mut dazu, sei­ne Mei­nung zu ändern, als ihr treu zu blei­ben. Das schaf­fen nur Per­sön­lich­kei­ten mit Rück­grat. Nicht immer sind uns die BP-Mana­ger fremd. Manch­mal sind es Men­schen, die wir ken­nen und eini­gen die­ser Men­schen stün­de etwas mehr Sein als Schein gut. Kön­nen unse­re BP-Mana­ger für ihre Ent­schei­dun­gen sym­bo­lisch die 38,1 Mil­li­ar­den auf­brin­gen?

All denen, die wie ich gera­de ihre per­sön­li­che ‘Deep­wa­ter Hori­zon’ durch­ma­chen, kann ich fol­gen­den Rat geben: nur die Sache ist ver­lo­ren, die man auf­gibt. Es ist euch wich­tig, also bleibt am Ball. Gebt nicht auf, geht neue, unge­wöhn­li­che Wege. Die  Kata­stro­phe 2010 brach­te auch Hel­den her­vor. Men­schen, die ande­ren auf der Bohr­platt­form gehol­fen haben. Sucht nach euren Hel­den, die euch unter­stüt­zen, die euch hel­fen, die mit euch kämp­fen und euch durch eure ‘Deep­wa­ter Hori­zon’ beglei­ten. Nur so gelingt es uns, wie­der etwas mehr Mensch­lich­keit in die Welt der Arro­ganz und Igno­ranz zu brin­gen.